Warum Gelenkchirurgie?

 

HÄUFIGE FRAGEN


Wie lange hält die Prothese?
Statistisch gesehen darf von 15 und mehr Jahren ausgegangen werden. Das hängt ua. auch von der Belastung und dem Körpergewicht ab.


Woraus besteht eine Endoprothese?
Alle Metallteile der von mir verwendeten Hüft- und Knieprothesen für Primärimplatation sind aus Titan. Die Gleitflächen der Knieprothese sind mit dem Hartmetall Niob beschichtet, Titan wäre dafür zu weich.


Was kann ich nach der Operation alles machen?
Nach einer Hüft-OP müssen für ca. 6 Monate einige Vorsichtsmaßregeln beachtet werden, um ein Herausspringen zu vermeiden. Arbeitsunfähigkeit besteht meist für 2-4 Monate. Extrem- und Kontaktsportarten sollten vermieden werden. Am besten einfach mal fragen.


Bin ich nicht zu jung für ein künstliches Gelenk, wie lange kann/soll ich warten?
Nach meiner Erfahrung ist man weder zu jung noch zu alt dafür. Entscheidend ist nicht das Alter sondern der Befund und damit der Verlust an Lebensqualität! Zögert man die Operation zu lange hinaus, wird in der Regel die Knochenqualität schlechter – ein Problem für die Haltbarkeit. Muskeln bilden sich zurück und Bänder erschlaffen bzw. schrumpfen. Mit dem Hinauszögern der OP über Gebühr schadet sich der Patient meist selbst, ganz abgesehen von den negativen Wirkungen eines langjährigen Schmerzmittelgebrauchs.
Meine jüngste Hüftpatientin war 21 Jahre (schwere Fehlstellung), die jüngste Kniepatientin 28 Jahre alt (Unfallschaden).


Wie groß ist die Infektionsgefahr?
Operationen ohne Infektionsgefahr gibt es nicht, nirgendwo auf der Welt! Ein strenges Hygieneregime und weichteilschonendes zügiges Operieren (meist unter einer Stunde) haben dazu geführt, daß die postoperative Infektionsrate bei meinen Patienten sehr sehr niedrig ist.


Zementiert oder zementfrei?
Das ist fast schon eine philosophische Frage. Die Studien über die Haltbarkeit fallen bei geringen Abweichungen unterschiedlich aus. Es scheint sich ein kleiner Vorteil der zementfreien abzuzeichnen. Unterschiede in der Nachbehandlung (Gehstützen) gibt es bei mir nicht mehr. Letztlich ist Knochenzement ein Fremdkörper, der Allergien (und andere seltenere Nebenwirkungen) verursachen kann. Ich bevorzuge deshalb die zementfreie OP.


Was ist, wenn die Prothese gewechselt werden muß?
Kunstgelenke sollten regelmäßig kontrolliert werden. Werden Lockerungen frühzeitig erkannt ehe starker Knochenverlust einsetzt, ist ein Wechsel – auch ein mehrfacher – in der Hand eines erfahrenen Operateurs zumeist ohne Funktionsverlust möglich. Hierfür gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Implantate, die ein Reagieren auf praktisch jede Situation erlauben.


Wen sollte ich fragen/ wieviele Meinungen einholen?
„Fragt man 5 Ärzte, bekommt man 6 Meinungen“ sagt der Volksmund. Da ist schon etwas dran und wirklich lustig ist das auch nicht. Bedenken Sie, daß Ihnen die nötigen medizinischen Kenntnisse fehlen, um diese Meinungen wirklich richtig einordnen zu können.
Mein Rat: Gehen Sie zum Operateur Ihres Vertrauens, lassen Sie sich dort Ihr Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten erklären. Fragen Sie nach! Wird Ihnen alles verständlich erklärt und sind Sie mit dem Gespräch zufrieden, dann vertrauen Sie auch auf die vorgeschlagene Behandlung. Viele Meinungen verwirren Sie nur, auch und besonders aus Massenmedien. Hier geht es um Auflage, nicht um Sie!
Ganz gruselig: Irgendwelche Bekannte, die jemanden kennen der einen kennt der was gaaanz schlimmes erlebt hat!
Es sind Ihre Schmerzen und Funktionseinschränkungen und nur Sie allein entscheiden am Schluß, ob und von wem Sie davon befreit werden möchten!